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Die „Berliner Mauer“ ist wahrscheinlich bekannter als viele Objekte, die sich auf der Welterbeliste der UNESCO befinden. Trotzdem wurde zunächst versucht, dieses die Teilung und Trennung dokumentierende Bauwerk zu verdrängen und zu vergessen.

Wo finden sich heute noch Reste und Spuren der „Berliner Mauer“, die West-Berlin auf 155 Kilometern umschloss? Wie funktionierte das komplexe Grenzsystem der DDR, das die Flucht nach West-Berlin verhindern sollte? Wohin wurden viele Mauerteile nach dem Abbruch gebracht?

In den zoom- und navigierbaren Karten- und Satellitenansichten dieses interaktiven Geoinformationssystems sind alle noch erhaltenen Teile der zwischen 1961 und 1989/90 bestehenden Grenzanlagen dokumentiert. Diese Bestandsaufnahme aus den Jahren 2007/08 wird ergänzt durch Informationen zu den Funktionen der einzelnen Grenzelemente und durch eine Fotodokumentation aus den Jahren 1988/89, die das Ausmaß der Grenzanlagen veranschaulicht. Noch heute spiegeln die erhaltenen Grenzelemente die variierende Tiefenstaffelung des Grenzbereiches wieder: ausgehend von der Grenzlinie, über den zwischen Grenz- und „Hinterlandsicherungsmauer“ liegenden Grenzstreifen bis hin zu den zusätzlichen Sicherungsstrukturen der Vorfeldsicherung, die den Zugang zum Grenzstreifen verhindern sollten.

Die Dokumentation der für den Betrieb der Grenze erforderlichen Infrastruktur, wie z.B. Kasernen der Grenztruppen, steht noch am Anfang. Zu diesem Thema, aber auch zu anderen Aspekten im Kontext der „Berliner Mauer“ – werden Sie hier demnächst weitere Informationen finden.

Dieses Internetangebot wurde am Lehrstuhl für Denkmalpflege der BTU Cottbus erstellt und ist Ergebnis des Projektmoduls „Ein Geoinformationssystem für die ‚Berliner Mauer’ im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projektes „Die ‚Berliner Mauer’ als Symbol des Kalten Krieges: vom Instrument der SED-Innenpolitik zum Baudenkmal von Internationalem Rang“. An diesem Projekt sind auch das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin und das Militärgeschichtliche Forschungsamt Potsdam beteiligt.

Internetseite und Datenbank befinden sich seit dem 1.1. 2013 im Eigentum und in der Verwaltung der Stiftung Berliner Mauer. Deren Aufgabe ist es, die Geschichte der Berliner Mauer und der Fluchtbewegungen aus der Deutschen Demokratischen Republik als Teil und Auswirkung der deutschen Teilung und des Ost-West-Konflikts im 20. Jahrhundert zu dokumentieren und zu vermitteln, sowie deren historische Orte und authentische Spuren zu bewahren und ein würdiges Gedenken der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zu ermöglichen.

Der Stiftung ist es ein Anliegen, auf die bis heute erhaltenen, aber aufgrund ihrer Fragilität und Unscheinbarkeit täglich bedrohten vielgestaltigen Reste und Spuren der Berliner Mauer im öffentlichen Stadtraum aufmerksam zu machen.